Die Metsä Tako-Kartonfabrik ist eine Kartonproduktionsanlage im Zentrum von Tampere am Westufer von Tammerkoski. Die Fabrik wurde 1865 gegründet und ist Teil der Metsä Board Group. Die Fabrik stellte die Produktion seiner eigenen Mühle im Sommer 2004 ein. Die Mauer des Metsä-Tako-Werks trägt einige bedeutende Graffitis und spiegelt die Street Art in Finnland wieder.
Graffiti auf der Wall der Metsä Tako-Kartonfabrik
Die Wall ist etwa 120 Meter lang. Auf dem Putz des Mauerwerks haben Künstler Serien unterschiedlicher Writings aufgebracht. Teilweise konkurrieren die Graffitis miteinander, überlagern sich. Das Entstehen der Street Art am Westufer von Tammerkoski erstreckte sich über viele Jahre. Wer sich die Zeit nimmt und Motiv für Motiv betrachtet, kann die Geschichten wahrnehmen, welche die Writings der Straßenkünstler erzählen.
Vom Aufschrei der Underdogs zur Kunstrichtung und Auftragsmalerei
Graffiti hat eine Sprung in der Bewertung und Wertschätzung erfahren. Was noch vor wenigen Jahren entfernt worden wäre, wird mittlerweile sogar als Auftragsarbeiten ausgeführt. Und die Honorare sind nicht niedrig. Dabei geht die Graffiti, wie sie früher vor allem als Tags oder schnell gesprühte Motive geschaffen wurde, mittlerweile in Wandbilder über, die ob ihrer detaillierten Ausführung mehrere Tage zur Fertigstellung erfordern. Die Wandbilder auf der Wall der Metsä Tako-Kartonfabrik zeugen davon. Bekannte Namen für Street Art in Finnland sind: Tomi Lastunen, Hennakirsikka Halme und Maikki Rantala. Diese beziehen auch oft Anregungen von Anwohnern mit in ihre Arbeiten ein, was eine persönliche Beziehung des Umfelds zum Kunstwerk verschafft. Tampere hat sich zu einer großen Stadt der Wandmalereien entwickelt. Besonders die Wandmalereien von Hiedanranta schneiden im internationalen Vergleich gut ab. Doch zurück nach Tammerkoski.

Kein Ort der Lebensfreude ist dieses Areal. Düstere Schornsteine erheben sich im Hintergrund und eine bedrückende Stimmung liegt über dem Landstrich. Die Wandmalerei zeichnet kein schönes Bild.

Schon fast mechanisch greifen die Hände der Arbeiter auf dieser Street Art Wandmalerei zu den Werkzeugen. Die Gesichter sind fahl, der Blick verbissen und desillusioniert.

Bedrückende Worte müssen auf dem Stück Papier zu lesen sein. Der Künstler hat die Niedergeschlagenheit des Arbeiters eingefangen und lässt sie in der Wandmalerei wieder frei. Street Art zeichnet oft apokalyptische Bilder.

„Die Prozession des Todes“ könnte dieses Graffiti betitelt sein. Kurze und kraftlose Schritte kennzeichnen die trostlosen Figuren des Bildes.

Kein Lachen wohnt im Antlitz dieser Kinder. Die Stimmung der Street Art fängt den Betrachter sofort ein.

Wie ein Schatten fährt der Arbeiter in der Straße, vorbei an den Hinterlassenschaften des elenden Lebens dort. Die ratte kündet von Siechtum und Untergang, Ausweglosigkeit. Street Art kann so bedrückend wirken.